Die Baustoffindustrie zeigt sich erfreut: Sie darf mehr Sand und Kies im geschützten Rhein-Main-Bannwald abbauen. Das hat Hessens Landtag mehrheitlich beschlossen. Was sagt die Grünen-Opposition?
Hessen erleichtert den umstrittenen Abbau von Sand und Kies im geschützten Bannwald im Rhein-Main-Gebiet. Dies ist Teil der Änderungen beim Waldgesetz, für die der Wiesbadener Landtag mehrheitlich stimmte.Â
Die Abgeordnete Kerstin Geis von der SPD-Regierungsfraktion versicherte: « Gerade beim Bannwald gilt: Sein hoher Schutzwert bleibt bestehen. Es geht nicht darum, Bannwald beliebig verfügbar zu machen, sondern in eng begrenzten Ausnahmefällen verantwortliche Abwägungen vorsichtig zu ermöglichen, wenn gewichtige öffentliche Interessen betroffen sind. »
Grüne: Bannwald ist keine Kiesgrube
Die Grünen-Opposition kritisierte dagegen, der Bannwald sei « keine Kiesgrube ». Ihr Abgeordneter Hans-Jürgen Müller monierte, dass « die Interessen der Baustoffindustrie über saubere Luft, Klimaschutz und den wichtigen Erholungsraum für Millionen Menschen » gesetzt würden. Die bisherigen Bannwaldregelungen seien ausgewogen gewesen und hätten « dem besonderen Schutzbedürfnis dieser Wälder Rechnung getragen ».
Der Vizepräsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Thomas Reimann, betonte indessen, damit sei « ein wichtiges Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag von CDU und SPD beschlossen » worden. Eine Verschärfung des Bannwaldschutzes 2022 habe dazu geführt, dass hier neue Vorhaben zur Rohstoffgewinnung « generell unzulässig wurden ». Ohne Gesetzesänderung wären folglich langfristig die Baukosten im Ballungsraum erheblich gestiegen.
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Publish date : 2026-05-20 14:58:00
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