Traditionell hängen die Porträts der ehemaligen Bundeskanzler im Kanzleramt. Auch Angela Merkel bekommt dort demnächst ihren Platz – ganz begeistert ist sie nicht.
Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) hadert mit dem Gedanken, in naher Zukunft mit einem Porträt in der Ahnengalerie des Kanzleramts zu hängen. „Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird“, sagte die 71-Jährige der Wochenzeitung „Die Zeit“ nach Angaben vom Mittwoch. Doch versuche sie, es mit Gleichmut zu nehmen: „Da häng’ ich dann eben.“
Merkel stand dem Bericht zufolge monatelang Modell für das Gemälde des bisher eher unbekannten Künstlers Jérémy Queyras. Der 28-Jährige habe seit dem Sommer vergangenen Jahres immer wieder die ehemalige Bundeskanzlerin getroffen und diese in einem eigens dafür eingerichteten Atelier in Berlin porträtiert.
Porträt von Angela Merkel erst im Museum, dann im Kanzleramt
Das Gemälde soll am kommenden Dienstag im Bode-Museum in Berlin vorgestellt werden, vom 1. Juli bis 4. Oktober können Besucher es dort sehen. Danach soll das Bild in die Ahnengalerie im Kanzleramt kommen. Dort hängen die gemalten Porträts deutscher Bundeskanzler.
Wie Merkel der „Zeit“ sagte, hatte sich Queyras 2022 informell bei ihr beworben, das Porträt malen zu dürfen. Erst im Juni 2025, nach einer ersten Begegnung, habe sie sich für den Maler entschieden. Queyras wuchs dem Bericht zufolge in Freiburg auf, studierte Kunst in London und Paris und ist für den Porträt-Auftrag nach Berlin gezogen.
Die Idee stammt von Helmut Schmidt
Merkels Vorgänger Gerhard Schröder ließ sich von seinem Freund Jörg Immendorff porträtieren. Bei der Übergabe im Jahr 2007 stichelte Schröder: „Verehrte Frau Bundeskanzlerin, da ist noch ein bisschen Platz. Wann auch immer, niemand weiß, wann Sie neben mir hängen werden.“
Die Idee zu der Galerie stammt von Helmut Schmidt, der sich von Bernhard Heisig porträtieren ließ. Bei Helmut Kohl übernahm mit Albrecht Gehse ein Schüler Heisigs diese Aufgabe. Außerdem hängen im Kanzleramt Werke von Oswald Petersen (Willy Brandt), Günter Rittner (Kurt-Georg Kiesinger und Ludwig Erhard) und Hans Jürgen Kallmann (Konrad Adenauer). Eine Frau fehlt auf der Liste der Künstler.
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Publish date : 2026-06-24 13:28:00
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