Der BR zeigt ein ebenso bewegendes wie nachdenkliches Porträt über eine Frau, deren Leben durch die Entscheidung eines unbekannten Menschen eine völlig neue Richtung erhielt. Die « Lebenslinien »-Ausgabe zeigt eindrucksvoll, dass eine Organspende weit mehr bedeutet als einen medizinischen Eingriff.
Eine Organspende rettete ihr als Kind das Leben. Doch die Folgen dieser Entscheidung begleiten Barbara bis heute. In der neuen Ausgabe der BR-Reihe « Lebenslinien: Mein geschenktes Organ » erzählt die heute 43-Jährige ihre außergewöhnliche Geschichte zwischen Dankbarkeit, Schuldgefühlen und dem Engagement für mehr Aufklärung über Organspenden.
Barbara kommt 1983 mit ihrer Zwillingsschwester in Landshut zur Welt. Schon kurz nach der Geburt stellen Ärzte fest, dass ihre Leber schwer geschädigt ist. Lange Zeit gelingt es, die Erkrankung medizinisch zu begleiten. Doch als Barbara zehn Jahre alt ist, verschlechtert sich ihr Zustand dramatisch. Die Diagnose ist eindeutig: Ohne eine Spenderleber hat das Mädchen keine Überlebenschance.
Wenn der Preis für ein Weiterleben enorm hoch wirkt
Die rettende Transplantation gelingt in letzter Minute. Körperlich erholt sich Barbara vergleichsweise schnell von dem Eingriff. Doch die seelischen Folgen beschäftigen sie weit über die Kindheit hinaus. Immer wieder stellt sie sich Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt: Wie geht man mit einem solchen Geschenk um? Welche Verantwortung entsteht daraus? Und wie beeinflusst diese Erfahrung die eigene Identität?
Der Film von Autorin und Regisseurin Manuela Roppert zeichnet den Weg einer Frau nach, die lernen musste, mit diesen Gedanken zu leben. Dabei geht es nicht nur um medizinische Aspekte einer Organtransplantation, sondern vor allem um die emotionalen und psychologischen Folgen. Barbara spricht offen darüber, wie die Operation ihr Verhältnis zu sich selbst geprägt hat und welche Rolle Themen wie Partnerschaft, Familienplanung und Kinderwunsch in ihrem Leben spielen.
Über viele Jahre sucht sie nach einem Umgang mit ihrer besonderen Geschichte. Erst allmählich gelingt es ihr, die Transplantation nicht nur als lebensrettenden Eingriff, sondern auch als Teil ihrer eigenen Biografie anzunehmen. Die Dokumentation begleitet sie dabei auf einer sehr persönlichen Spurensuche und zeigt, wie eng Hoffnung, Verlust und Dankbarkeit miteinander verbunden sein können.
Heute führt Barbara ein aktives und selbstbestimmtes Leben. Aus ihrer eigenen Erfahrung heraus engagiert sie sich für die Aufklärung über Organspenden und wirbt dafür, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gerade weil die Zahl der verfügbaren Spenderorgane weiterhin deutlich hinter dem Bedarf zurückbleibt, sieht sie darin eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.
Lebenslinien: Mein geschenktes Organ – Mo. 13.07. – BR: 22.00 Uhr
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Author : Rupert Sommer
Publish date : 2026-07-12 22:00:00
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