Friedrich Merz will die Jungen froh machen, dabei übernehmen diesen Job doch gerade schon die Backstreet Boys in Düsseldorf. Die Lage am Morgen.
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
wenn ich hier morgens meinen Rechner aufklappe und mit der Arbeit beginne, dann sind bis auf die tapferen Spätdienstler (Grüße an dieser Stelle!) meine übrigen Kollegen längst im wohlverdienten Feierabend. Na klar, in Hamburg und Berlin ist es dann ja auch etwa halb zwölf Uhr abends.
Damit ich ein bisschen auf dem neuesten Stand bin, was ich vorher während meines Feierabends so verpasst habe, überfliege ich meist noch einmal alle neuen Nachrichten in unserem Chat-Programm. Sowohl die dienstlichen als auch die – halbdienstlichen. Heute freute ich mich da etwa über das Foto einer Schwanenfamilie, die ein Kollege in seiner Mittagspause getroffen hatte. „Habe mich aus sicherer Distanz dazugesetzt. Cortisolspiegel direkt gesenkt“, schrieb er dazu.
Welche evolutionsbiologische Ursache es wohl hat, dass wir Menschen Tiere sehen, uns darüber freuen und sofort entspannter sind? Und ist diese ganze Einleitung nur eine Ausrede, um Ihnen zu erzählen, dass ich am Wochenende hier in Jakarta in einem Capybara-Café war? Fragen über Fragen. Jedenfalls habe ich Capybaras gestreichelt, diese kniehohen Meerschweinchen, die durch ihr tiefenentspanntes Gemüt zu Internetstars wurden, und gelernt, dass sie es mögen, wenn man sie ganz vorsichtig an den borstigen Haaren zieht. Dann bekommen sie eine Gänsehaut wie wir Menschen, werfen sich auf die Seite und wollen am Bauch gekrault werden. Und ich sage Ihnen eins: Nach dem Besuch war ich auch äußerst fröhlich. Tiere – schon toll.
Ich will natürlich nicht nur die glamourösen Seiten schildern: Ich habe in den letzten paar Tagen gleich zwei Ratten über Fußwege huschen sehen, die größer waren als die zahlreichen Straßenkatzen, die es hier leider gibt. Gehört auch dazu.
Friedrich Merz, zu Ihren Diensten
So, genug von dem, was wir Journalisten „weiche“ Themen nennen (auch wenn Capybaras gar nicht mal so weich sind!) Zum harten Stoff. Friedrich Merz. Hat der womöglich einen Weg gefunden, seine politischen Pläne doch noch populär zu machen? Bisher, urteilt auch mein Berliner Kollege Julius Betschka, hat das ja nicht besonders gut geklappt – „das Wort Reformen hat inzwischen das Zeug zum Unwort des Jahres“, ist einer der schönen Sätze aus seinem Artikel. Jetzt aber hat der Bundeskanzler offenbar ein neues Lieblingsbuch, und dem verdankt er sein neues Motto: „Wohlstand für die Jungen“.
Gut, das ist jetzt nicht revolutionär, aber immerhin ist zum ersten Mal die Rede davon, dass Merz’ Politik etwa für jemanden leisten will, und nicht umgekehrt. Hier können Sie lesen, woher der Kanzler seine neue Vision hat und was das für uns alle bedeutet:
5-Minuten-Talk: Sparen wir uns gesund?
In dieser Woche soll die Pflegereform von Gesundheitsminister Linnemann durchs Kabinett. Eigentlich. Denn die SPD blockiert das Sparpaket noch. Heute kommt es zum Krisengipfel – und die stern-Politikchefs Veit Medick und Jan Rosenkranz haben Gedanken dazu.
Backstreet’s sowas von back, alright?!
Gerade bringt eine Boygroup der 90er Zehntausende Menschen zum Ausrasten: Die Backstreet Boys spielen gleich zehn Konzerte in Düsseldorf. Die einzigen Europa-Konzerte der Band, die man noch vor einigen Jahren eigentlich schon abgeschrieben hatte. Die Tickets sind teuer, die Arena ist trotzdem voll. Und die Fans sind selig. Letztlich kein Wunder: Musik kann sowieso glücklich machen, und wenn es dann noch eine leicht nostalgische Reise zurück in die eigenen Teenagerjahre ist, berührt das noch einmal besonders.
Meine Kollegin Katharina Brenner-Meyer war dabei und hat einen ganz wundervollen Bericht über ihr Erlebnis mit Nick Carter, AJ McLean und Co. geschrieben. Schon allein wegen Passagen wie der folgenden (es tut mir Leid, Katharina, ich musste wirklich lachen) müssen Sie diesen Artikel unbedingt lesen: „Während ich ,Quit Playing Games With My Heart‘ mitsinge, muss ich an mein zwölfjähriges Ich denken, das damals neben Herzchen ,Brain‘ kritzelte und ,Brian‘ meinte. Mein Englisch war schlecht, meine Nachbarinnen brachten mir bei, wovon das Lied handelt.“ Herrlich.
Und falls Ihnen das noch nicht genug musikalische Reise zurück in die 90er-Jahre war, dann liefere ich gern noch mehr Stoff: In diesem Jahr werden nämlich eine ganze Reihe zeitloser Ohrwürmer 35 Jahre alt. Offenbar war 1991 für die Musik das, was 1999 fürs Kino war: eine Unmenge an erfolgreichen Superhits erschien. Mein Kollege Patrick Rösing hat hier seine Erinnerungen an dieses besondere Musikjahr festgehalten:
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Unsere stern+-Empfehlung des Tages
Achtung, das ist ein sensibles Thema. Bitte nur weiterlesen, wenn Sie das gerade können und möchten. Ich fand diesen Beitrag aber so wichtig und berührend, dass ich ihn hier teilen möchte. Meine Kollegen Ann Heigl und Eyk Friebe haben Sarah getroffen – eine Mutter, die ihren Sohn mit nur 16 Jahren an die Drogen verloren hat. Sie erzählt unheimlich tapfer und offen, wie hilflos man sich als Elternteil fühlt, wenn man über Jahre versucht, die nötige Unterstützung für sein Kind zu bekommen, und dabei immer wieder an Grenzen stößt.
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Wiebke Tomescheit-Bösenberg
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Author : Wiebke Tomescheit-Bösenberg
Publish date : 2026-09-28 04:07:00
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