Bei einer exklusiven Fohlen-Auktion im Wiener Schloss Schönbrunn sorgte ein ungewöhnliches Fohlen für Aufsehen. Der kleine Hengst erzielte einen erstaunlichen Preis.
Keine Frage: J-Nimon K ist äußerst niedlich. So wie jedes Fohlen niedlich ist – der kleine Westfalen-Hengst ist schließlich erst vier Monate alt. Aber nur deshalb hat das Pferdchen sicher nicht einen erstaunlichen Preis bei der ersten großen Fohlenauktion im Wiener Schloss Schönbrunn erzielt. 75.000 Euro – doppelt so viel, wie bei der Auktion für andere niedliche Fohlen gezahlt wurde. Der Käufer stammt aus Dubai.
Steffen Krehl aus Brandenburg hat J-Nimon K bisher durch die ersten Lebensmonate begleitet. Er ist selbst Springreiter und züchtet im kleinen Ort Lentzen Westfälische Warmblüter, eine Pferderasse, die seit 1904 beliebt bei Spring- und Dressurreitern ist. Auch die Elterntiere des kleinen Hengstes sind renommierte Sportpferde – so kam es überhaupt dazu, dass Krehl das Fohlen bei der exklusiven Auktion in Wien anbieten durfte. „Vom Ambiente her habe ich so was noch nicht erlebt“, sagte der Züchter gegenüber der „Märkischen Allgemeinen“.
Besonderes Fohlen wurde versteigert
Warum aber wurde für den kleinen Hengst am Ende soviel mehr Geld geboten als für die anderen Fohlen dort, die ebenso gute Stammbäume und Qualitäten aufweisen konnten? Es war, wie so oft im Leben, das Aussehen. J-Nimon K hat eine ungewöhnliche Fellfarbe: Er ist ein Tigerschecke, sein weißes Fell ist übersäht mit länglichen braunen Sprenkeln. Er „sieht aus wie ein Zebra“, scherzt der Züchter, und er hat nicht ganz Unrecht.
Diese Farbvariante ist bei der Rasse außergewöhnlich selten. Meist sind Westfalen Braune oder Füchse, auch Rappen oder Schimmel kommen vor. Für ein auffällig geflecktes Fohlen wie dieses muss bei mindestens einem Elternteil, womöglich über Generationen, im Verborgenen das sogenannte „Leoparden-Gen“ im Stammbaum geschlummert haben. Der Begriff geht auf den US-amerikanischen Tiergenetiker Dr. D. Phillip Sponenberg zurück. 1982 bezeichnete er das für die verschiedenen Tigerscheckungs-Muster verantwortliche Erbmerkmal als „Leopard Complex“.
Ungewöhnliche Färbung und gute Gene
Bei J-Nimon-K handelt es sich also um ein Fohlen mit besonders guten Erbanlagen (der Auktionator lobte es als „kraftvoll, elastisch und selbstbewusst“) durch seine renommierten Elterntiere, das zudem auch noch eine Fellfarbe aufweist, die bei seiner Rasse so gut wie nie vorkommt. Diese Kombination war es, die die Käufer schlussendlich tief in die Taschen greifen ließ. „Jetzt klären wir die Details“, sagt Steffen Krehl.
Eilig hat der kleine „Zebra“-Hengst es mit dem Umzug zu den neuen Besitzern aber nicht: Fohlen bleiben bis mindestens zum sechsten Lebensmonat bei ihren Müttern. Erst dann wird das Pferdchen nach Dubai reisen.
Source link : https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/-zebra–fohlen-aus-brandenburg-fuer-rekordpreis-nach-dubai-verkauft-38321804.html
Author :
Publish date : 2026-09-28 23:35:00
Copyright for syndicated content belongs to the linked Source.